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18. Mai


In Deutschland gehört Berlin-Neukölln zu den ärmsten Vierteln der Republik. Im Roma-Dorf Fântânele haben sie ein anderes Wort für Neukölln: Paradies. Hunderte Bewohner des kleinen Dorfs haben sich seit dem EU-Beitritt Rumäniens auf den Weg nach Berlin gemacht. Das hat einen Grund: Die Roma haben gelernt die Hintertüren des Sozialsystems zu nutzen. Jetzt beziehen sie Hartz IV und Kindergeld – und verdienen in Neukölln mehr als sie in ihrem Dorf mit der Schweinezucht je verdienen könnten. Spiegel-Journalistin Özlem Gezer beschreibt den Traum der Roma von einem besseren Leben. Es ist ein Traum, der den deutschen Sozialstaat an seine Grenzen bringt. (lat)

Beten ist gar nicht so wichtig: der Mönch Tobias Breer berät Vorgesetzte in der Mitarbeiterführung und hilft ausgebrannten Führungskräften aus der Krise. Breer kennt sich aus mit Wirtschaft und Psychologie, meist aber, sagt er, sei die klassische Seelsorge für seine Klienten viel hilfreicher. Geistliche Coaches wie er liegen bei deutschen Managern im Trend. Warum? Marc Spörrle hat sich für die Zeit-Reportage das „Spiritual Coaching“ angeschaut und herausgefunden: Religiosität kann schlicht ein Wettbewerbsvorteil sein. (jei)

Lucas Vogelsang ist für das Zeit Magazin nach Pfaffenhofen gefahren, wo der Schriftsteller Steffen Kopetzky als Kulturreferent die bayrische Provinz mit der, wie er findet, nötigen Portion moderner Kunst versorgt. Kopetzky floh einst aus dem Ort, er inszenierte sich als Gentleman-Künstler im Anzug und wurde in Berlin gefeierter Schriftsteller. Doch seine Kinder sollten dort nicht aufwachsen. Dass er zurückkehrte, kam der Lokalpolitik gerade recht. Jetzt fremdelt Pfaffenhofen zwar mit Kopetzkys Visionen - entdeckt aber auch ganz überraschende Anknüpfungspunkte zwischen Landleben und Joseph Beuys. (alx)